Co-Kreation mit der Natur
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Die Natur ist die grösste Künstlerin. Sie erschafft aus vermeintlich Nichts Kunstwerke. Ihre Schaffenskraft fasziniert mich als kreative Person sehr. Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Co-Kreation mit der Natur. Damit ist das Kreieren mit der Natur, inspiriert von der Natur oder auch mit Naturmaterialien gemeint. Das Gärtnern ist für mich beispielsweise eine Co-Kreation: Ich schaue in die Natur und versuche sie in meinen Beeten nachzuahmen. Ich schaue aber auch, was die Natur in meinem Garten bereits kreiert hat und was ich daraus machen kann.
Meine Texte und Lieder sind inspiriert von der Natur. Ich spüre oft, wie ich wie ein Kanal bin, durch den Dinge entstehen dürfen, wenn ich mich in der Natur befinde. Ich singe viel, wenn ich am Bach sitze, schreibe Gedichte unter Bäumen und lasse mich vom Moos, den Insekten und den Blumen zu einer kleinen Skizze inspirieren.
Und ich gestalte mit Naturmaterial. Das ist eine meiner liebsten Naturpraktiken. Mandalas, Bilder, Altäre.
In diesem Mondzyklus wollte ich mich noch vertiefter mit der Co-Kreation auseinander setzen und habe einige Techniken und Materialien ausprobiert, die neu für mich waren. Hier nehme ich dich mit und vielleicht hast du auch Lust, das eine oder andere auszuprobieren oder dich von der Natur inspirieren zu lassen. Dabei soll es gar nicht darum gehen, dass etwas perfektes oder vorzeigbares daraus entstehen soll, sondern den Prozess des Erschaffens in den Fokus rücken.

Höre hier in die Folge rein:
Mandala aus Naturmaterial
Wie bereits erwähnt gestalte ich sehr gerne und schon seit vielen Jahren Mandalas aus Naturmaterial. Das macht einfach Spass und sieht ausserdem wunderbar aus. Ich nehme beim Gestalten gerne noch eine etwas spirituellere Komponente mit rein und verbinde mich im Prozess mit der Dankbarkeit für die Fülle der Natur. Denn oftmals sind es Blumen aus meinem Garten, die ich achtsam pflücke, um ein Mandala meinen Beeten als Dank hinzulegen. Oder aber es ist Material, das ich im Wald finde und das ich dann zum Beispiel dem Bach mitbringe, auch hier wieder zum Dank.
Zum Sammeln möchte ich hier noch ein paar Worte verlieren: Wenn du Dinge aus der Natur nimmst, dann ist es am besten, wenn du Material sammelst, das bereits am Boden liegt. Solltest du dennoch eine lebende Pflanze sammeln wollen, dann achte darauf, dass es genug davon gibt, sie nicht geschützt ist und du nur so viel nimmst, wie du brauchst. Man sollte am Schluss nicht sehen, dass du etwas genommen hast.

Bilder gestalten mit der Natur

Diese Kreationen knüpfen an die Mandalas an. Mit Naturmaterial lege ich Bilder inspiriert durch die Formen, Muster und Texturen der Natur. Manchmal zeichne ich mit meinem Finger Dinge in die Erde oder in den Sand, manchmal sammle ich Steine und lege so ein Muster. Ich lasse hier meiner Kreativität ganz freien Lauf und versuche Bilder zu gestalten, die ins Landschaftsbild passen. Was ich auch sehr gerne tue, sind Steine auf ihren Spitzen balancieren zu lassen. Das ist für mich eine wundervoll meditative Praxis.
Töpfern mit Pflanzen
Töpfern steht bei mir schon lange auf der Liste von Handwerken, die ich mal erlernen will. Seit der Primarschule habe ich nicht mehr mit Ton gearbeitet und so habe ich mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd als der lufttrocknende Ton, den ich bestellt habe, bei mir im Postfach lag. Da ich keinen Zugang zu einer Drehscheibe oder einem Brennofen habe und sowieso nicht wusste, ob ich überhaupt etwas mit Ton erschaffen kann, dachte ich mir, ich beginne mal damit. Die Produkte sind dann zwar nicht wasserfest, doch schön sehen sie trotzdem aus.
Auf Pinterest habe ich mich inspirieren lassen und entdeckt, dass man Pflanzen in den Ton einprägen kann. Und weil mir das so sehr gefiel, habe ich es gleich ausprobiert. Alles, was du nebst dem Ton dafür brauchst, sind Pflanzen, die dir gefallen (ich habe es mit Lavendel, Farn und Kapuzinerkresse probiert) und ein Wallholz. Du wallst den Ton dann flach aus und achtest dabei darauf, dass er überall gleich dick ist, damit er beim Trocknen nicht reisst. Für die kleinen Teller habe ich den Ton mit einem Keksausstecher ausgestochen, dann die Pflanzen darauf gelegt und bin mit dem Wallholz ein paar Mal darüber gerollt. Dann entfernst du die Pflanzen vorsichtig und formst den Teller so, wie du ihn haben möchtest.
Für das Kapuzinerkresse-Schälchen bin ich gleich vorgegangen, habe dann aber nach der Entfernung des Blattes mit einem Messer die Konturen ausgeschnitten und den Ton dann in eine Schale gelegt zum Trocknen, damit er die Rundung bekommt.
Die Tonprodukte lässt du dann mehrere Tage trocknen, bevor du sie als Deko gebrauchen kannst.
Kennst du schon die "Seelengarten Post"? Auch sie ist ein grosses kreatives Ventil für mich und wird immer in Co-Kreation mit der Natur gestaltet.
Anthotypie und Cyanotypie

Meine Nachbarin hat mir die Cyanotypie gezeigt, worauf ich beim Recherchieren auf die Anthotypie gestossen bin. Hast du schon mal davon gehört? Anthotypie ist der Sonnendruck mit Pflanzenfarben und es ist faszinierend!
Wie es geht? Für den Sonnendruck mit Kurkuma brauchst du 1/2 TL Kurkuma, den du mit 1/8 Cup Putzsprit mischst. Lasse die Farbe ca. 10 Minuten ziehen, bevor du sie durch einen Kaffeefilter gibst, um die grösseren Kurkuma-Partikel herauszufiltern. Das ist deine Farbe, die du grossflächig auf ein Blatt Papier aufträgst. Lege dann Pflanzen (getrocknete oder frische) auf die gemalte Fläche und lege ein Glas eines Rahmens über das Papier. Dann stellst du das Ganze für ca. 15 Minuten in die volle Sonne.
Entferne das Pflanzenmaterial, streue etwas Natron in eine Wanne mit Wasser und lege das Papier hinein. Durch das Natron verändert sich die Farbe mit der Zeit von gelb zu einem rot-orangen Ton. Lasse das Papier dann trocknen.

Die Cyanotypie funktioniert gleich, einfach dass man spezielle Farben dafür nimmt und die Farbe danach auswäscht.

🎨 Was kreierst du zusammen mit der Natur? Lass es uns in den Kommentaren wissen.












