federleicht: ein Herbst-Ritual

Der Herbst ist die Zeit des Erntens und des Loslassens. Das Gartenjahr geht in unseren Breitengraden zu Ende und wir dürfen die letzten Früchte ernten. Nicht nur wortwörtlich, auch metaphorisch: denn die Samen, die wir im Frühling für unser Leben gesät haben, dürfen wir nun ernten, zur Vollendung bringen. Manche tragen wir weiter, nehmen wir mit, andere dienen uns nicht mehr. Wie die Bäume nun ihre Blätter gehen lassen im Vertrauen, dass im Frühling Neues entstehen darf, dürfen auch wir loslassen, was uns nicht mehr länger dienlich ist.

Ich spüre, wie du weisst, die Energie des Herbstes bereits in mir, und es macht sich eine grosse Dankbarkeit breit. Für all das, was über den Sommer in meinem physischen, aber auch spirituellen Garten gewachsen ist. Früher wurden zu dieser Zeit im Jahr Erntefeste gefeiert, um der Natur für die Fülle zu danken, bevor sie sich auf den Winter vorbereitet. Von nun an werden die Nächte wieder länger sein als die Tage und ich möchte dies als Gelegenheit nehmen, ein paar Rituale mit dir zu teilen, die dir helfen sollen, diesen Übergang zu gestalten.


Ein Altar für ein Herbst-Ritual mit Räucherschale, Amethyst, Allgäuer Heilkräuter Kerze, Blumen, Feder und Schildkröten Figur.

Ein Hinweis

Wie immer sind dies Vorschläge und Inspirationen. Ein Ritual ist etwas sehr Persönliches, deshalb möchte ich dich ermuntern, das herauszupicken, was dir entspricht. Ich empfehle jedoch, dein Herbst-Ritual in einem ruhigen, ungestörten Augenblick durchzuführen an einem Ort, an dem du dich wohl fühlst. Das kann draussen in der Natur sein, auf deiner Yogamatte, im Liegen, im Sitzen, im Wohnzimmer... Vielleicht zündest du eine Kerze an, um den Raum zu öffnen. Vielleicht möchtest du Musik. Vielleicht räucherst du etwas und vielleicht brauchst du auch nichts dazu. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Geh einfach mit deinen Bedürfnissen.


Einen Herbst-Altar vorbereiten

Eine Möglichkeit, um der Ernte zu danken, ist in Form eines Altars. Diesem sind keine Grenzen gesetzt. Ich gestalte überall Altare, in meinem Haus, aber auch im Wald, am Bach, im Garten. Denn sie helfen mir, mich daran zu erinnern, auch mal kurz inne zu halten, danke zu sagen und die Magie im Augenblick zu erkennen. Manche meiner Altare sind üppiger, mit Kristallen, Kerzen, Blumen, Figuren und Federn geschmückt, andere sind "nur" ein schöner Stein, den ich bei meinem Spaziergang gefunden habe.

Um dich auf die Energie des Herbstes einzustimmen, kannst du deinen Altar mit den Früchten des Herbstes schmücken: Hagenbutten, Kürbisse, Kastanien, usw.

Übrigens muss es auch nicht unbedingt ein typischer Altar sein. Du könntest beispielsweise passende Bilder aufhängen oder einen Kranz herstellen, den du an die Tür hängst.


Journaling

Journaling ist eine Form von intuitivem Schreiben, die ich absolut liebe. Dabei geht es nicht darum, perfekte und grammatisch wohlklingende Sätze zu produzieren, sondern einfach zu schreiben, was dir gerade in den Sinn kommt. Man sagt, dass die Hand die Verlängerung des Herzens ist und so fühlt sich Journaling manchmal an. Ohne darüber nachzudenken, schreibst du, was du fühlst.


Fragen, die du dir im Herbst stellen darfst:

  • Welche Samen habe ich dieses Jahr in meinem Leben gesät? Und welche Früchte darf ich nun ernten?

  • Was dient mir nicht mehr länger? Was lasse ich jetzt los?

  • Was brauche ich, um gut durch die bevorstehende dunkle Zeit zu kommen?


Ein Herbst-Mandala gestalten

Ein Mandala, um den Herbst willkommen zu lassen, gestaltet mit Naturmaterialien.

Ein Mandala zu gestalten ist eine wunderbare Art, den Herbst willkommen zu heissen und der Natur danke zu sagen. Dafür brauchst du lediglich einen Ort, der dir passend erscheint und ein paar Naturmaterialien, die du aus deinem Garten und der Natur pflückst. (Eine kleine Nebenbemerkung: bitte pflücke immer nur so viel, wie du wirklich brauchst und nimm niemals alle Pflanzen, sondern lasse immer noch Blumen, Gräser, Kräuter, usw. zurück.)

Und dann gestaltest du nach Lust und Laune. Ich liebe den Prozess des Gestaltens so sehr, weil er mich mit dem jetzigen Moment verbindet und weil ich oftmals nicht weiss, was entstehen wird und somit am Schluss von mir selbst überrascht werde. Sobald ich das Gefühl habe, fertig zu sein mit meinem Mandala, nehme ich mir einen Augenblick, um den Bäumen, Pflanzen und Orten in der Natur zu danken. Ich spüre die Fülle, die sie mir schenken, und gebe ihnen etwas zurück.

Mandalas sind nicht für die Ewigkeit bestimmt. Wenn du deines in der Natur mit reinen Naturmaterialien gelegt hast, darfst du es dort lassen. Es wird sich verändern und irgendwann nicht mehr vorhanden sein. Und das ist ok, denn es lehrt uns wiederum den Akt des Loslassens.


Magischer Most

(Also eigentlich ist es einfach heisser Most, aber magischer Most klingt doch besser. Und ausserdem steckt Magie in allem, also warum nicht auch im Most?)


Du brauchst:
  • 1l trüber Apfelsaft

  • 1 Vanillestängel

  • 2-3 Zimtstangen

  • ein paar Kardamomkapseln

  • ein paar Nelken

  • evtl. eine unbehandelte Orange, in Schnitzen

  • evtl. ein paar Stücke Ingwer


Koche den Apfelsaft mit allen Gewürzen auf und lasse ihn für einige Minuten leicht köcheln. Je länger die Gewürze ziehen, desto intensiver der Geschmack. Giesse den Most dann durch ein Sieb und geniesse ihn.


Den magischen Most kannst du einfach so geniessen, du kannst ihn aber auch wirklich magisch aufladen, indem du beim Brauen und Rühren eine Intention, eine Absicht, setzt. Trinke ihn bewusst, vielleicht während du intuitiv schreibst oder das Mandala gestaltest. Achte, was dir während des Trinkens, durch den Kopf geht, welche Gedanken du hast, welche Gefühle. Vielleicht siehst du Bilder vor deinem inneren Auge oder ein Lied kommt dir in den Sinn. Das Trinken dieses Herbst-Getränkes kann somit zu einer Meditation werden.


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