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Träume leben

Seit beinahe drei Jahren bin ich selbstständig und daran mein Business aufzubauen. Ich werde oft gefragt, wie ich mir dieses Leben leisten kann. In diesem Beitrag schreibe ich darüber, wie ich mir meine Träume erfülle und was es dazu braucht, sie wahr werden zu lassen.


«Oh ich würde auch gerne so etwas machen wie du, aber ich kann nicht.»

Als ich meinen Job kündigte, war dies wahrscheinlich die meist gehörte Reaktion. Und immer noch, beinahe drei Jahre später, werde ich oft gefragt: «Wie machst du das?»

Ich habe mir darüber ein paar Gedanken gemacht, denn vieles, was ich in den letzten Jahren in meinem Leben geändert habe, war nicht unbedingt weit vorausgeplant. Zwar spielte ich damals schon länger mit dem Gedanken den Lehrerberuf zu verlassen, aber nicht wirklich zu diesem Zeitpunkt. Dies geschah eher aus der Not heraus, jeden Tag meines wertvollen Lebens auskosten zu wollen, nachdem eine meiner besten Freundinnen mit 28 Jahren ganz plötzlich gestorben ist.

Also: wie mache ich das mit der Selbstständigkeit und dem Träumeleben?


Mit Blumen im Haar über eine Wiese wirbeln.

In meinem vorherigen Beitrag zum Thema «einfach leben» bin ich bereits auf mein Privileg eingegangen, das ich mit den meisten von euch teile. Deshalb nochmals vorweg: ich bin in vielen Punkten privilegiert. Meine Grundbedürfnisse sind mehr als gedeckt und ich lebe in einer Welt, in der ich mich zum grössten Teil in Sicherheit wähnen kann. Das Erfüllen von Träumen ist ein Privileg, das leider ganz viele Menschen auf dieser Welt nicht besitzen. Und dennoch bin ich überzeugt, dass die meisten von euch dasselbe, wenn nicht sogar grössere Privileg wie ich geniessen dürfen. Im Sinne dieses Textes verallgemeinere ich, dass dem so ist. Sollte ich falsch liegen, dann entschuldige ich mich von Herzen. Dies mal vorweg...


«Oh ich würde auch gerne so etwas machen wie du, aber ich kann nicht.»

Doch, das kannst du. Du kannst genauso wie ich deinen Job kündigen, wenn es das ist, was du willst. Die Stadt verlassen, Selbstversorger:in werden, ein Buch schreiben, auswandern, auf Reise mit deiner Familie gehen, einen Van ausbauen, Tänzer:in werden, oder Bildhauer:in, oder Schreiner:in, was auch immer du sein willst, was auch immer deine grossen Träume sind. Worauf es ankommt, sind deine Prioritäten. Priorisierst du deinen Traum oder ist es in deinem jetzigen Leben gerade so bequem, dass Bequemlichkeit deine Priorität ist? Du hast das Gefühl, du kannst das nicht, doch schau genau hin: worauf kannst du verzichten? Welchen Luxus gönnst du dir, den du eigentlich gar nicht brauchst?

Ich glaube, dass es beim Erfüllen der Träume darum geht, den Status Quo zu hinterfragen. Lass mich dich in meine Welt, auf meinen Weg, mitnehmen und dir auf die eingangs gestellte Frage eine Antwort geben: «Wie machst du das?»


Prioritäten setzen

Um mir das Leben zu ermöglichen, das aus meinen Träumen entsprungen ist, musste ich lernen Prioritäten zu setzen. Zu einem grossen Teil bezieht sich dies aufs Finanzielle, aber nicht nur. Ich bin in ein kleines Bergdorf gezogen, weil ich mich nach Ruhe gesehnt habe. Das Dorf liegt abgeschieden, die meisten meiner Freund:innen leben nicht hier, es gibt im Gegensatz zur Stadt nur eine einzige kleine Einkaufsmöglichkeit, meine geliebten Bioprodukte aus dem Gemüsekorb kriege ich hier nicht, mit dem ÖV ist man ziemlich langsam unterwegs. Aber dafür ist es ruhig, man kennt sich im Dorf, man hat Zeit für einen Schwatz, die Natur ist atemberaubend schön und die Luft rein. Ich wollte mehr Zeit haben, ein einfacheres Leben führen und das wäre alles auch in der Stadt gegangen, aber meine Priorität war die Natur, die ich hier bekomme.


Finanzen

Ganz ehrlich: nein, ich verdiene nicht viel. Mein Wegzug aus der Stadt hatte auch ganz praktische Gründe. Es ist um einiges günstiger hier zu wohnen. Die Miete, Krankenkasse, Steuern, für alles zahle ich hier weniger, was mein eher magerer Geldbeutel mir dankt. Doch auch hier musste ich lernen Prioritäten zu setzen. Brauche ich das wirklich?, ist eine der Fragen, die ich mir ganz oft stelle. Kann ich das auch selber machen?, eine andere. Ich will mich gut und gesund ernähren, was schon einmal teurer ist, dafür kaufe ich äusserst selten neue Kleidungsstücke, gehe auf keine grösseren Reisen, mache mir ein Budget und spare, wenn ich mir etwas Grösseres anschaffen oder eine Weiterbildung machen will. Ich gebe kein Geld aus, das ich nicht besitze. Es ist alles eine Frage der Priorität und der Vision. Für mich ist es momentan ok, dass ich nicht in Geld schwimme, weil die positiven Aspekte meines gewählten Lebens überwiegen, aber es ist keineswegs einfach. Ich bin oft frustriert deswegen, frage mich, weshalb ich mir das antue. Und ja, irgendwoher muss das Geld ja kommen. Mit "crappa e plema" und alles was hier dazugehört, nämlich meine Yogastunden, Retreats, Texte schreiben fürs Radio, dieser Blog, verdiene ich noch nicht genug. Also nehme ich auch andere Jobs an, serviere im Restaurant, korrigiere Texte, erstelle Webseiten für andere. Das sind nicht meine Traumjobs, aber sie ermöglichen mir, mich meinen Träumen weiterhin zu widmen und ausserdem ist gerade das Servieren eine für mich wichtige Erfahrung, auch einmal etwas zu tun, das vollkommen ausserhalb meiner Komfortzone liegt.

Sollte das Geld das sein, was dich am Träumeleben hindert, so lass mich dir sagen: erstens gibt es immer einen Weg. Zweitens: setze dich intensiv mit deinem Budget auseinander. Drittens: Erspartes zu haben erleichtert dich.


Kleine Schritte

Am Anfang meiner Reise dachte ich, dass ich mir meine Träume auf einen Schlag erfüllen werde. Doch nun bin ich mitten drin und merke, dass dem nicht so ist. Es braucht noch viele kleine Schritte bis ich da angelangt bin, wo ich irgendwann einmal sein möchte. Und auch dann wird es noch nicht fertig sein. Es geht immer weiter. Lass es mich nochmals sagen: Grosse Träume erfüllen sich in kleinen Schritten. Die wenigsten von uns werden von heute auf morgen reich. Das Träumeleben erfordert Ausdauer. Oftmals macht man zwei Schritte nach vorne und dann wieder einen zurück. Das ist anstrengend und niemand spricht gerne über Misserfolge, aber ich lerne gerade, dass die genau so dazu gehören. Es sind diese kleinen Schritte, die mich ans Ziel bringen. Aber es braucht Geduld und es braucht die Demut, auch einmal einzusehen, wenn etwas nicht klappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich bin immer noch am Anfang und es wird noch viele weitere kleine Schritte brauchen, bis ich meinen Traum von einem blühenden «crappa e plema»-Business, von finanzieller Unabhängigkeit und vom kleinen Haus am Waldrand voll und ganz leben kann. Aber es ist ok, denn mit dieser Vision vor Augen, habe ich einen Motor, der mich auch in schwierigen Phasen antreibt.


Vision

Und das bringt mich zum letzten Punkt. Um nicht bei jeder Durststrecke aufzugeben, brauche ich eine Vision, die so stark ist, dass mein Herz schneller schlägt. Meine Vision, die mich antreibt, ist ein Business aufzubauen, in dem ich mit Herz und Seele dabei bin, das mir eine Aufgabe gibt, die mir wichtig ist, und mich schlussendlich finanziell unabhängig macht. Doch reich zu werden, ist nicht mein Warum. Ich sehe meine Aufgabe mit «crappa e plema» darin, Menschen zu inspirieren sich wieder mehr mit der Natur und somit mit sich selbst zu verbinden.

Zu meiner Vision gehört ausserdem, dass ich in der Natur leben möchte, am liebsten auf meinem eigenen Stück Land, in einem kleinen Haus am Waldrand, wo es einen grossen Garten und Obstbäume und einen kleinen Fluss gibt. Ich möchte mir ein Leben aufbauen, das mir Zeit schenkt und die Freiheit, flexibel von Zuhause aus arbeiten zu können.

Mein Warum und meine Vision waren nicht von Anfang an da. Als ich meinen Job kündigte, hatte ich keine Ahnung, was ich eigentlich will. Ich wusste einfach, dass ich Zeit fürs Leben haben möchte und um mich kreativ auszutoben. Erst beim Machen und über die Jahre hat sich herauskristallisiert, wie mein Traumleben im Moment aussieht. Auch hier brauchte es also etwas Geduld und sicherlich wird meine Vision in einem Jahr noch genauer oder auch etwas anders aussehen. Mir hilft es einfach, ein klares Bild vor Augen zu sehen, um weiter mutig meinen Weg zu gehen.


Ich glaube, das sind die wichtigsten Punkte, die mir auf meinem Weg zum Träume leben bisher geholfen haben. Es gibt keinen Zauberstab, den ich einmal geschwungen habe und dann schwups, war alles da. Dieses Leben erfordert viel Arbeit und vor allem Geduld. Wahrscheinlich ist es nicht der einfachste Weg und auch nicht derjenige, der alle von euch erfüllen wird. Aber mir geht es hier darum, dir vielleicht einen kleinen Anstoss zu geben, dich wieder mehr mit deinen Träumen auseinanderzusetzen und Wege zu finden, wie du diese erfüllen kannst. Dafür wünsche ich dir von Herzen viel Erfolg! =)

Wenn du noch weitere Antworten auf die Frage "Wie machst du das?" aus deinem eigenen Leben hast, hinterlasse doch bitte einen Kommentar. Darüber würde ich mich sehr freuen!

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Ich bin auch Yoga Lehrerin und führe Rituale und Retreats in der Natur durch. Vielleicht sehen wir uns mal auf der Matte?

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