Stärke und Licht

Vor Kurzem durfte ich mir einen Traum erfüllen. Eigentlich war es ein ziemlich neuer Traum, der sich aber bereits tief in mein Sein verwurzelt und eingenistet hatte. Ich durfte endlich, endlich das Yoga und Natur Retreat gemeinsam mit meiner Co-Leiterin Martina durchführen. Bereits im Winter und Frühling haben wir solche Wochenenden geplant, die jedoch beide aus unterschiedlichen Gründen ins Wasser gefallen sind. In mir wuchs eine Entschlusskraft und ich wusste, dass ich mich deswegen nicht unterkriegen lassen werde, denn ich spürte, dass die Retreats unter anderem das sind, was ich mit meiner Zeit, Energie und meinem Wissen machen möchte.

Auch dieses Mal war es nicht ganz leicht und unser Räucher und Yoga Wochenende stand immer wieder auf wackeligen Beinen. Doch ich bin so dankbar, dass wir uns dazu entschieden haben, dieses Wochenende auch mit einem kleinen Grüppchen durchzuführen, denn es war genau richtig so. Wir waren eine kleine, intime Runde. Jede kam mit ihrer eigenen Geschichte, ihrem eigenen Rucksack und wir durften den Raum bieten, sich mit sich selbst beschäftigen und verbinden zu können.



Es ist spannend, wie das Leben spielt. Hätte mir jemand vor zwei Jahren mein heutiges Leben gezeigt, hätte ich mich wahrscheinlich im ersten Moment nicht erkannt. Ich soll Yogalehrerin werden? Ich soll meine Spiritualität zum Beruf machen? Ich soll in so kurzer Zeit so viel gelernt haben, dass ich es sogar an andere Menschen weitergeben kann? Ich soll diese Waldfrau sein, die barfuss durch den Wald läuft? Doch auch wenn mich dieses Bild vielleicht erst mal in Erstaunen versetzt hätte, so glaube ich, dass mein wahrer Kern sich erinnert und in dieser zukünftigen Version wiedererkannt hätte. Er wusste, und weiss es immer noch, dass ich ein vielschichtiges Wesen bin, dass viel mehr da ist, als was ich glaube, und dass ich nicht eingleisig fahren möchte.

Wir Menschen schränken uns oftmals so sehr ein, festgefahren in der Person, die wir glauben sein zu müssen. Als ob wir uns nicht verändern, uns nicht weiterentwickeln, uns nicht neu erfinden dürften. So geht es mir jedenfalls immer wieder. Ich mache mich klein und bombardiere mich mit kritischen Fragen: Bin ich befugt, altes Pflanzenwissen weiterzugeben, obwohl ich keine Ausbildung dazu habe? Bin ich befugt, Yogalehrerin zu sein, obwohl ich doch erst seit Kurzem mein Diplom in der Hand habe? Bin ich befugt, mit all den Dingen, die ich von Herzen gerne tue, meinen Lebensunterhalt zu verdienen, obwohl ich doch eigentlich ausgebildete Primarlehrerin bin?

An diesem Natur-Wochenende haben wir alle eine Karte gezogen, auf der eine Pflanze abgebildet war, die uns durchs Wochenende begleiten sollte. Wahrscheinlich waren es jedoch nicht wir, die die Pflanze wählten, sondern die Pflanze, die sich uns aussuchte. Denn unsere Pflanzenbegleiterinnen passten zu unseren jeweiligen Themen wie der Deckel auf den Topf. Mich wählte die Engelwurz aus. Und in einer Meditation mit ihr brachte sie mir die Botschaft, dass ich mich nicht länger klein halten soll, sondern meine Stärken anerkennen und mein Licht in die Welt bringen darf. Ich durfte dank ihr und dank dieses Wochenendes über mich hinauswachsen und stehe in diesem Moment, in dem ich diese Worte tippe - wohlwissend, dass sich das schnell wieder ändern kann - für mich und diesen gewählten Beruf ein, Diplome und Befugnisse hin oder her.

Vielleicht kam die Engelwurz auch zu mir, damit ich dir sagen kann: Geh los für deine Träume! Warte nicht länger auf den richtigen Augenblick, denn er wird nicht kommen. Halte dein Licht nicht verdeckt, denn du hast etwas Einzigartiges zu bieten. Erkenne deine Stärke an und trage sie raus in die Welt, weil wir dich brauchen!

Ich möchte diesen Beitrag mit ein paar Eindrücken aus unserem Retreat beenden und falls du dabei warst: einfach nochmals von Herzen ein riesengrosses Dankeschön!



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